Umweltstation im Laacherseegebiet

Umweltstation

im Laacher-See-Gebiet

Unsere Arbeit:
Nicht weil Natur zur Zeit "in" ist, versuchen wir, sie den Kindern nahezubringen, sondern weil Kinder noch die Fähigkeit zu ursprünglichem Erleben und Aufnehmen haben.Wir wollen die lebendige Beziehung zur Umwelt und das Verständnis für die Ökologie des Menschen und unsere Stellung in der Natur fördern und nicht nur theoretisch, sondern vor allem durch praktische und spielerische Erfahrungen greifbar und begreifbar machen. Das Kind ist nicht rezipierender Konsument, sondern aktiver Teilnehmer in Prozessen, die den Zusammenhang zwischen Umweltgedanken und eigener Aktivität herstellen. Das Laacher See - Gebiet ist eine Kulturlandschaft, die es dem heutigen Menschen ermöglicht, sich mit einer vergangenen Gesellschaft auseinanderzusetzen.
In diesem Sinne haben wir interaktive Lernspiele und Erlebnisausflüge in die Umgebung des Laacher Sees entwickelt, die neben der Naturerfahrung auch die spezifischen historischen und geologischen Aspekte dieses einmaligen Natur- und Kulturlandschaftsraumes enthalten. Die Lernprogramme gehören inhaltlich verschiedenen Schwerpunkten an.
Unsere Angebote: Der Schwerpunkt Vulkanismus:
 
  Wanderung an den Laacher See
  Die Region rund um den Laacher See ermöglicht markante Einblicke in die Erdgeschichte sowie in die landschaftsspezifische vulkanische Vergangenheit. In überraschenden Spielen und Vorführungen sind geologische Lektionen verborgen.
Die Führungen beginnen am Haus. Entlang den Stationen Erntekreuz, Apfelplantage, Fulbertstollen, Bimsbruch, Alte Burg, Lorenzstrom erreichen wir die Mofetten des Laacher See (ca. 1/3 des Uferrundweges). Auf direktem Weg, am Seeufer, geht nun direkt zurück zum Haus. Gesamtdauer der Veranstaltung (inkl. kleinen Pausen) ca. 3 Stunden.
 
  Vulkanische Edelsteinsuche
  oder Goldgräberfieber an der Wingertsbergwand
Auf der Suche nach dem Edelstein des Laacher-See-Vulkans, den blauen Hauyn "durchgraben" wir die Glutaschenlagen des letzten tätigen Vulkans der Osteifel. Hintergründe der Eruption werden an Schautafeln an der Wingertsbergwand erläutert bevor die große Mineraliensuche beginnt. Anschließend werden die Fundstücke falls notwendig unter Anleitung gereinigt und gemeinsam bestimmt.
Die Führungen beginnen am Haus. Nach etwa 20 Min. Gehzeit erreichen wir die unter Geotopschutz stehende Wingertsbergwand. Nur mit den Fingern und einem guten Auge finden wir aus der Gruppe der Plutonite die Gesteinsarten Pyroxene oder Hornblende. Aus der Gruppe der Vulkanite finden wir die Gesteinsarten der Basalte, Phonolithe oder Trachyte. Hauyne, Sanidine, Nosean, Biotit, Augit, Hämatit und Olivin sind nur einige Mineraliennamen die so extrem "diamantisch" klingen und uns, nicht nur unter einer Lupe betrachtet, in ihren Bann ziehen.
 
  Der Schwerpunkt Biologie:
 

 

  Umweltdetektiv
  Die Kinder erleben Umweltabenteuer und sind der Natur auf der Spur. Auf spannende Weise werden sie zu Umweltdetektiven ausgebildet, führen unter Anleitung und natürlich auch selbst Untersuchungen durch (Variante I: z.Bsp. Tiere im Waldboden bestimmen, Fraßspuren analysieren, den Tatort nach Fußabdrücken oder Lagerstätten der "wilden" Tiere abzusuchen um dann mittels Büchern/Bestimmungskarten ein eigenes Nachschlagewerk zu erstellen) die dann zum Gruppenforschungsbericht zusammengetragen werden.
In einem Arbeitsheft (Variante II: Themenschwerpunkt sind die Bereiche Wald, Luft oder Wasser - ideale Beilage für den Sachkundeunterricht*) werden für jeden einzelnen die Forschungsergebnisse dokumentiert.

Die Veranstaltung findet in nächster Nähe des Hauses statt. Mal - und Zeichenmaterial bitte mitbringen.
*) ... zu schade für eine 1/2-Tagesveranstaltung, weil es steckt mehr drin ...
 
  Fledermäuse
  Fledermäuse sind selten geworden und machen denen, die sie nicht kennen, Angst oder wecken Erinnerungen an unheimliche Geschichten. In einem Vortrag mit Lichtbildern/Folien werden das Aussehen und die Lebensweise dieser harmlosen und für uns Menschen sehr nützlichen Tiere erklärt. Im Laufe einer nächtlichen Wanderung können wir Fledermäuse aus geringer Entfernung beobachten und mit Hilfe eines speziellen Ultraschallgeräts sogar ihre Ortungsrufe hören, die das menschliche Ohr sonst nicht vernimmt.
Zunächst wird als Grundlage ein kleiner Vortrag mit Medieneinsatz gehalten. Daran schließt sich eine Wanderung zu dem kleinen Teich am Naturkundemuseum (25 Gehminuten) an. Während der Beobachtung der "Flugschau" der Fledermäuse bei der Jagd werden neben weiteren Informationen auch noch die "besonderen Geschichten" erzählt. Die Veranstaltung beginnt ca. 1 Stunde vor der Abenddämmerung und dauert ca. 3 Stunden. Wichtig: Wir beobachten Wildtiere und der Wald ist kein Zoo ! Deshalb müssen wir zum Schutz unserer Tierwelt unser Verhalten entsprechend anpassen. Tiere brauchen die Dämmerung zur Jagd und zur Nahrungsaufnahme - Wir respektieren dieses Handeln und passen uns durch unser Verhalten entsprechend an.
 
  Der Schwerpunkt Archäologie:
 
  Mammut, Bär und Bison - Arbeiten mit Lehm
  Aus der letzten Eiszeit sind uns von verschiedenen Fundplätzen Skulpturen aus Lehm und anderen Materialien überliefert. In den letzten Jahren ist die Forschung der Vorstellungswelt der Eiszeitmenschen viel näher gekommen und hat begonnen, die Bedeutung dieser Figuren zu entschlüsseln. Die Menschen fühlten sich damals mit den Tieren als Träger der Lebenskraft verbunden, und hinter den eiszeitlichen Tierdarstellungen steckt viel mehr als nur ein "Jagdzauber", wie man früher annahm. Wir fühlen uns in die Gedankenwelt der eiszeitlichen Schamanen ein und formen wie sie die Tiere aus Lehm.
Die Veranstaltung findet am Hause statt und beginnt zunächst mit einer kleinen Einführung zum Thema. Zur Verarbeitung nutzen wir eine keramische Modelliermasse, die auch leicht aus Kleidungsstücken herauswaschbar ist.
 
  Überleben - Abenteuer in der Natur
  In fast jedem Winkel der Erde haben sich Menschen angesiedelt. Selbst in Gegenden, die für menschliches Überleben zu unwirtlich scheinen, haben Naturvölker einen Weg gefunden, sich zu ernähren, und ihre Fähigkeiten gegen die äußeren Umstände eingesetzt. Die Kunst, am Leben zu bleiben, ist in erster Linie eine Frage der Vertrautheit mit der Natur, die den Indianern noch selbstverständlich war - bei den Regenwaldbewohnern noch ist.
Mit der Kenntnis von Überlebenstechniken wachsen Selbstvertrauen, Gelassenheit und die Einheit mit der Natur. Ein Überlebenstraining, auch wenn nur für kurze Zeit, ist ein Abenteuer und kann großen Spaß machen.
Wir beginnen zunächst mit einer Einführung zum Thema und gehen dann zum "Basislager" . Hier bauen wir unser neues Dorf auf, suchen Wasser, sammeln Essen, bauen eine Falle und versuchen uns an der Kunst Feuer mit einem Feuerbogen zu machen. Zum Abschluß hangeln wir noch über eine "Schlucht". Bitte an gebrauchsfähige Kleidung denken.
 
  Der Schwerpunkt Kooperative Abenteuerspiele:
  Anmerkungen zu den Spielen: Zunächst die wesentlichen Merkmale der Abenteuerspiele in der Kurzübersicht. Zu Beginn erhält die Gruppe eine klar umrissene Aufgabenstellung. Die Spielbedingungen sind festgelegt und werden von allen Teilnehmern respektiert. Die Herausforderung der Spielaufgaben richtet sich an die Gruppe als Ganzes. Die Teilnehmer arbeiten miteinander und erreichen den Erfolg nur gemeinsam oder gar nicht. Es gibt weder Sieger noch Rangplätze. Teamarbeit sowie die Kompromissbereitschaft in der Entscheidungsfindung ist gefordert. Die Bewältigung der Aufgaben erfordert von allen Teilnehmern Einsatz und Engagement auf mehreren Ebenen:
physisch: Körperliche Aktivitäten wie Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Kraft und Gleichgewichtssinn kommen im Spiel zu tragen. kognitiv: Die Spiellösungen lassen sich nicht mit bereits bekannten und vertrauten Handlungsmustern erzielen. Der Schlüssel für den Erfolg liegt im "überlegten Einsatz" der vorhandenen Ressourcen. emotional: Die Teilnehmer müssen sich aufeinander und auf etwas Neues einlassen. Elemente wie beispielsweise ein eigenen Standpunkt äußern, körperliche Nähe und Berührung zulassen, Hilfe und Verantwortung für andere übernehmen und sich selbst helfen lassen sind für die Teilnehmer gewissermaßen Risiko und Wagnis zugleich.
Die Kooperativen Abenteuerspiele fordern die oben genannten Sinne vielfältig heraus. Die im Spiel zu lösenden Probleme, haben aber alle einen "so als ob-Charakter" und sind nicht real, können jedoch nur durch eigenständiges Denken und Handeln gelöst werden. Selbstverantwortung für den Prozess und das Ergebnis ist das durchgängige Arbeitsprinzip und es gibt hier mannigfaltig Neuland zu betreten.
 
  Der Fluch des Feuerberges
  In dieser Abenteuersequenz sind alle Spiele und Aktionen durch eine Fantasygeschichte miteinander verwoben. Sie versucht die Präsentation realer Herausforderungen mit der Faszination einer magisch-mystischen Geschichte zu verbinden. Dahinter steckt auch die Idee, eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung der Kinder und Jugendlichen aufzugreifen. Gegenüber den zahlreichen im Handel erhältlichen Brett- und Computerspielen eröffnet diese Fantasygeschichte mehr direktere und somit auch vielfältigere Handlungs- und Interaktionsmöglichkeiten.
Zunächst beginnen wir mit der Erzählung der Geschichte über den "Fluch des Feuerberges" , gehen über die "Geschichten" und "Abenteueraufgaben" in den Wald. Bitte an gebrauchsfähige Kleidung denken.
 
  Spaß beim Spiel
  Der Hintergrund der Spiele dieser Spielketten hat vorwiegend vertrauensbildenden und kooperativen Charakter. Die Spiele werden in einer lockeren und amüsanten Spielatmosphäre durchlaufen. Das "andere" miteinander spielen innerhalb einer Gruppe macht Kindern besonders viel Spaß. Ebenfalls werden durch die bewegungsorientierten Akzente die motorischen Fähigkeiten der Kinder spielerisch gefördert.
Die Spiele finden auf dem Freigelände am Haus und im Wald statt. Bitte an gebrauchsfähige Kleidung denken.
 
  Da wäre noch . . .
   ... alles hat seinen Preis, auch die Programme der Umweltstation. Mit 3,00 EURO Gebühr pro Teilnehmer sind sie dabei. Alle Führungen und Exkursionen dauern je nach Programmumfang zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Stunden. Zu den geplanten Verpflegungen (Mittag- oder Abendessen) sind wir wieder am Haus zurück.
   
bearbeitet von Peter Auras